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Schadensfeststellung Havarie MS Kaiserin Elisabeth am 26. Dez. 2008

MS Kaiserin Elisabeth
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Information vom 29.12.08:

Sehr geehrte Besucher/Innen unserer Homepage!

Am Montag, 29. Dezember 2008 fand von 14.30 h bis 15.45 h eine Probefahrt nach den umfangreichen Erhebungsarbeiten der Fachleute der ÖSWAG (Österreichische Schiffswerften AG) Linz sowie unserer Nautikmannschaft statt. Mit an Bord der gerichtlich beeidete Sachverständige Dipl.Ing. Sokol, der Leiter der Werft Linz Prokurist Rath, der Leiter der Elektroabteilung der Werft Linz Hr. Ruckendorfer u.a.m.

Die zuvor durchgeführte Schadensbegutachtung ergab, dass zweifelsfrei der Ausfall des Autopiloten den Schiffsalarm mit Notbeleuchtung auslöste.

Genau bei Stromkilometer 2124,5 - wo unser Schiff am 26. Dez. Grundberührung hatte - wurde der Vorfall von der gesamten Nautikmannschaft nachsimuliert. Zwei weitere Versuche/Nachsimulationen brachten das gleiche Ergebnis:
Der Ausfall des Autopiloten wurde durch einen Kurzschluss in den beiden Batterien des Notsteuerungs-Stromkreis hervorgerufen bzw. ausgelöst, dem ein Niedergang des Hilfsdiesels vorangegangen war.

Der gerichtlich beeidete Sachverständige sowie die verantwortlichen Fachleute der ÖSWAG gaben daher die Empfehlung, das Schiff weiter einzusetzen. Der Schaden ist hiermit behoben.

Sämtliche, geplante Fahrten der nächsten Zeit können somit programmgemäß stattfinden.

Die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten an den Batterien werden künftig in den bisherigen Intervallen halbiert, d. h. die ohnehin täglich nach ihrer Stromspannung kontrollierten Batterien werden mit entsprechenden Geräten auch auf ihren technischen Zustand innerhalb überprüft, um einen solchen Kurzschluss - so gut es geht - auszuschließen.

Informationen über den Vorfall am 26. Dez. 08 ersehen Sie in unserer nachfolgenden Info erstellt am 27. Dez.

Kritikern unseres Kapitäns, wonach bei diesem Vorfall geankert hätte werden sollen, muss klar gesagt werden, dass dies ein unverantwortliches Risiko für unsere Passagiere dargestellt hätte. Die Donau macht in diesem Bereich mehrere Kurven; dies hätte möglicherweise zu einer Kollision mit talfahrenden Schiffen - vor allem Schubverbänden, „Bremswegen“ von mehreren Kilometern haben - führen können.

Manfred Traunmüller & Jörg Preimesberger
Geschäftsführer der Donau Touristik GMBH in A-4020 Linz/D., Lederergasse 4-12.
Linz/Donau, am 29. Dez. 2008




Information vom 27.12.08:

Sehr geehrte Besucher/Innen unserer Homepage!

wie Ihnen möglicherweise aus den Medien bekannt, verzeichnete am 26. Dez. 2oo8 um 18.45 h
unserer MS Kaiserin Elisabeth im Bereich der Traunauen/unterhalb der Traunmündung/rechtes Ufer
bei Stromkilometer 2125 (im Gemeindegebiet von Linz direkt an der Grenze zum Gemeindegebiet von Asten)
leider eine Grundberührung.

Dazu die wichtigsten Informationen:

Hergang (dzt. Stand nach Informationen durch Kapitän Mio Cehaijc und dem gerichtlich beeideten Sachver-
ständigen Dipl.Ing. Sokol und der Begutachtung am 26.12. vorort durch Gf. Manfred Traunmüller)
Eines der Hilfsdiesel-Aggregate (MAN) stockte aus unerklärlichen Gründen, reduzierte aber seine Drehzahl so wenig,
dass die Notsteuerung nicht aktiviert wurde. Daher war das Schiff für ca. 1 Minute unmanövrierbar, außer durch
eine (geringe) Beeinflussung des Steuer- und Backbord-Hauptmotors (Caterpillar).
In der Folge fuhr das Schiff im 90Grad-Winkel auf eine Sandbank und sodann auf die Uferböschung. Damit war
das Ziel des 1. Kapitäns Cehaiijc, der zu dieser Zeit auch diensthabender Steuermann war, erreicht: Das Schiff
konnte durch die Strömung nicht abgetrieben werden. Die Fahrgäste konnte direkt ans Land steigen!
So war die Aufprallgeschwindigkeit nur mehr ca. 4 - 6 km/h (zuvor war das Schiff mit voller Fahrt/ca. 23 km/h zu Berg) unterwegs.
Gott sei Dank waren auch nur 66 Pers. an Bord, die Tagesfrequenz betrug 277 Personen, darunter viele ältere Urlauber
aus England.

So gab es keine Verletzungen und keine Personenschäden. Der "Herzinfarkt lt. Medienbericht" war in Wirklichkeit ein
Herr, der ca. 2 Monate vorher einen Herznfarkt hatte und aus diesen Gründen wieder einen solchen befürchtete - und
der Gott sei Dank bis dato nicht eintrat.
Ein Mädchen bekam einen Weinanfall, 2 Personen waren unter Schockverdacht.

Die Berufsfeuerwehr Linz war binnen weniger Minuten zur Stelle; genaue Informationen aus unserer tecnischen Aus-
rüstung (Transponder) halfen bei der Ortung des Schiffes.
Die Feuerwehren Linz und Asten haben in der Au rasch und professionell
gehandelt, das Rote Kreuz Erste Hilfe geleistet, die Bundespolizei die nötigen Details erhoben. Ein Alkoholtest beim dienst-
habenden Steuermann und Kapitän ergab 0 Promille, war also negativ.
Nur 11 Fahrgäste begaben sich auf Befragen, ob Hilfeleistung notwendig wäre, in die Obhut des Roten Kreuzes.
Alle anderen wollten mit Bussen sofort nach Linz-Urfahr gebracht werden. Nach wenigen Minuten waren auch die
11 Personen interessiert, mit Bussen zur Einstiegsstelle bzw. nach Hause gebracht zu werden.

Trotzdem sind wir über den Vorfall sehr beunruhigt. Der Vorfall hätte schlechter ausgehen können. Die MS Kaiserin
Elisabeth ist das zweitschnellste Donauschiff und das absolut schnellste seiner Größe. Zu Tal erreicht das Schiff
lt. GPS oftmals mehr als 40 km/h.

Taucher der Linzer Berufsfeuerwehr haben unter der Wasserlinie nur leichte Schleifspuren und somit kaum
nennenswerte Schäden am Schiff festgestellt.

Manfred Traunmüller & Jörg Preimesberger
Geschäftsführer der Donau Touristik GMBH in A-4020 Linz/D., Lederergasse 4-12.
Linz/Donau, am 27. Dez. 2008

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